Trost und Stärkung durch Wort und Gnade

Am Freitag vor dem vierten Advent ereignete sich auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt ein schrecklicher Anschlag. Ein Auto fuhr bewusst in die Menschenmenge. Bislang sind sechs Todesopfer zu beklagen, darunter auch ein 9-jähriger Junge. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt. Statt der gewohnten Vorfreude auf das Weihnachtsfest beherrschten Gedanken der Angst und Hilflosigkeit die Herzen der Bürger in Magdeburg und darüber hinaus.

In unmittelbarer Nähe des Weihnachtsmarktes ist vor dem Westportal der Johanniskirche zu Magdeburg ein Gedenkort entstanden, an dem unzählige Blumen, Kerzen und Plüschtiere abgelegt wurden. ©

In unmittelbarer Nähe des Weihnachtsmarktes ist vor dem Westportal der Johanniskirche zu Magdeburg ein Gedenkort entstanden, an dem unzählige Blumen, Kerzen und Plüschtiere abgelegt wurden.

Um seine Verbundenheit auszudrücken und die Gemeinden im Raum Magdeburg in ihren Sorgen und Ängsten aufzufangen, besuchte Bezirksapostel Rüdiger Krause die Gemeinde Magdeburg-Süd und hielt dort den Gottesdienst am Sonntag, 22. Dezember. Eingeladen waren auch die Gemeinden Magdeburg-Neustadt und Schönebeck.

Die Predigt basierte auf dem Bibelwort aus 2. Thessalonicher 2, 16.17:

„Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.“

Der Bezirksapostel brachte zum Ausdruck, dass wir alle schockiert und sprachlos sind. „Wir haben keine Erklärung für die schrecklichen Ereignisse. Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die so Schreckliches erlebt haben. Wir beten für die trauernden Familien und alle Angehörigen, aber auch für die Seelen, die in die Welt des Geistes gehen mussten“. In einer Schweigeminute gedachte die Gemeinde aller Menschen, die jetzt Angst, Hilflosigkeit und Trauer erleben.

Die Botschaft des Bezirksapostels lautete: Auch in dieser besonderen Situation dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben. Das Böse wird nicht siegen. Er ermutigte dazu, mit Gottes Trost und Stärkung zu handeln, dem Bösen mit Gutem zu begegnen und weiter zu glauben und zu vertrauen. „Unsere Zuversicht gründet in der Gewissheit des endgültigen Sieges Gottes“. In der Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen richtete sich der innere Blick auf diejenigen, die durch den Anschlag, aber auch durch andere schreckliche Ereignisse an anderen Orten plötzlich aus dem Leben gerissen wurden.

Nach dem Gottesdienst gab es die Möglichkeit, beieinander zu bleiben und im Gespräch Sorgen und Nöte offen auszusprechen.